«Grossmütter» von Melara Mvogdobo

Inhalt
«Grossmütter» handelt von zwei Frauen und ihren Lebensgeschichten. Eine stammt aus einer armen Bauernfamilie in der Schweiz, die andere aus einer wohlhabenden Familie in Kamerun. Auch wenn sie ganz unterschiedliche Leben führen, habe ihre Lebenserfahrungen doch viele Parallelen. Sie haben als Kinder Träume und Wünsche, wachsen zu jungen Frauen heran, heiraten, bekommen Kinder und werden in ihren Ehen gedemütigt und erniedrigt. Beide erfahren eine unglaubliche Ungerechtigkeit, die in ihnen eine Wut heranwachsen lässt, die ihnen die Kraft gibt, sich irgendwann zu befreien.

Kritik
Die Kapitel sind kurzweilig und prägnant und durch die unterschiedliche Schriftfarbe weiss man immer, um welche der beiden Frauen es sich gerade handelt. Die unterschiedliche Sprachverwendung der beiden Frauen macht die Geschichten sehr greifbar. Melara Mvogdobo benötigt keinen 500-seitigen Roman, um eine Geschichte zu erzählen. Sie erzählt in kurzen Episoden die tragischen Schicksale zweier Frauen aus unterschiedlicher Herkunft und Kulturkreisen, die aber doch so viele Parallelen haben, nämlich ihr Leben als stumme Dienerinnen ihrer Männer und Gebärmaschinen zu verbringen ohne eigene Wünsche und Bedürfnisse.

Fazit
Der Roman hat mich sehr berührt und wahnsinnig wütend gemacht, weil Frauen so viel strukturelle Ungerechtigkeit erfahren müssen und die Geschichten so realitätsnah sind und genau so auf der Welt passieren in diesem Moment. Er hat mir gezeigt, wie glücklich ich mich schätzen kann, dass ich heute meinen Lebensunterhalt selbst verdiene und frei über mein Leben bestimmen kann.

Sternbewertung

Bewertung: 5 von 5.

«22 Bahnen» von Caroline Wahl

Inhalt
Tildas Tage sind strikt durchgeplant: Sie studiert Mathematik, arbeitet an der Supermarktkasse und kümmert sich um ihre kleine Schwester Ida, weil die Mutter alkoholkrank ist. Ihre abendlichen Besuche im Schwimmbad sind ihr Lichtblick, weil sie während ihren 22 Bahnen etwas abschalten kann. Als Tilda ein Angebot für eine Promotionsstelle in Berlin bekommt, gerät ihr geordneter Alltag plötzlich aus dem Ruder. Und dann taucht auch noch Viktor mit den eisblauen Augen auf, der grosse Bruder von Ivan, mit dem Tilda früher befreundet war.

Kritik
Caroline Wahl schafft es, das schwere Thema Alkoholismus und wie sich dieser für Angehörige anfühlt, sehr nachvollziehbar darzustellen, sodass man sich super in Tildas Lage versetzen kann. Trotz Tildas und Idas schwieriger Situation wächst das Band zwischen den Schwestern jedes Mal, wenn ihre Mutter nicht für sie da sein kann, weil sie füreinander da sind. Die Liebesgeschichte mit Viktor verleiht dem Ganzen zusätzlich ein wenig Leichtigkeit.

Fazit
Ich mag Caroline Wahls Schreibstil sehr, aber auch dieser Roman war mir thematisch einfach zu schwer, weil sich die zwei Themen Alkoholismus und Trauer vereinigen, wie auch bei Windstärke 17, das von Tildas Schwester Ida handelt. Ich fand die Liebesgeschichte zwischen Tilda und Viktor wirklich schön, war vom Ende des Buches aber etwas enttäuscht, weil ich es mir ein wenig spektakulärer gewünscht hätte.

Sternbewertung

Bewertung: 3 von 5.

«Der betrunkene Berg» von Heinrich Steinfest

Inhalt
Katharina Kirchner ist die Besitzerin der Buchhandlung «Bücherberg» auf 1.756 Metern Höhe, die ausschliesslich Bücher zu Bergen und Bergwelten führt. Im Winter ist die Buchhandlung geschlossen, aber Katharina lebt im Gegensatz zu sämtlichen anderen Bergbesuchern ganzjährig dort. Eines Tages stösst sie bei ihrer täglichen Schneewanderung auf einen Erfrierenden, der sich das Leben nehmen will. Sie hindert ihn an seinem Plan und nimmt ihn vorübergehend in ihrer Buchhandlung auf. Sie versucht herauszufinden, wer er ist und woher er kommt, doch er kann sich nicht erinnern. Nicht mal seinen eigenen Namen weiss er. Sie nennt ihn fortan „Robert“, weil er so etwas „Roberthaftes“ an sich hat. Es stellt sich schnell heraus, dass Robert ein guter Koch und Vorleser ist und tolle Skulpturen aus jeglichen Materialien anfertigen kann. Tief im Schnee und mit der Hilfe von Katharina, einer verletzten Alpendohle und einer Lawinenforscherin kehrt Roberts Erinnerung langsam wieder zurück.

Er mochte um die einsneunzig gross sein. Bullig, massiv, wie man so sagt: Ein Bär von einem Mann. Aber ein sichtlich verzweifelter und stark geschwächter Bär. In einem Kinderstück hätte man dazu gesagt: ein vom Unglück verzauberter Bär.

Er stand nur kurz, dann fiel er wieder auf sein Hinterteil.

«Jetzt hören Sie auf, sich leidzutun, und strengen sich an», sagte Katharina.

«Ich will sterben», erklärte der Mann in der Tat recht wehleidig.

«Hier oben stirbt keiner», erwiderte Katharina, so, wie sie es schon einmal gesagt hatte.

Der betrunkene Berg, S. 13

Kritik
Heinrich Steinfest hat einen unglaublich wortgewandten, detailgetreuen Schreibstil. Sein Schreibstil hat allerdings auch dazu geführt, dass ich wohl noch nie so lange an einem Buch mit 220 Seiten hatte. Die Geschichte steigt mit einer hohen Spannungskurve ein, plätschert dann ziemlich lange vor sich hin und kommt am Schluss nochmal zu einem spannenden Höhepunkt.

Fazit
Ich habe das Buch empfohlen bekommen und hatte recht hohe Erwartungen, weil die Handlung sehr spannend klang. Diese wurden nicht enttäuscht, aber auch nicht wirklich erfüllt. Ich musste teilweise kämpfen, dranzubleiben und das Buch nicht irgendwann wegzulegen. Es ist eine schöne, lebensnahe Geschichte, die die Themen Vergangenheitsbewältigung, Lebenssinn, Tod, Kidnapping, Krisensituationen, aber auch den Zusammenhalt untereinander thematisiert, die mich trotz des tollen Schreibstils aber nicht wirklich inhaltlich gepackt hat, was ich schade fand.

Sternbewertung

Bewertung: 3 von 5.

«Ich weiss es doch auch nicht» von Mareice Kaiser

Inhalt
In «Ich weiss es doch auch nicht – 101 entlastende Antworten auf existenzielle Fragen» versucht Mareice Kaiser zu ganz verschiedenen Fragen aus dem Leben Antworten zu finden. Sie widmet sich den kleinen und grossen Fragen des Lebens wie bspw. „Hose oder Kleid?“, „Soll ich mir einen Pony schneiden?“, „Was macht man mit dem inneren Schweinehund?“, „Wie spricht man jemanden an, der einem gefällt?“, „Wann ist man zu alt?“, „Wann ist der richtige Zeitpunkt für Kinder?“,“Was tun gegen eine Winterdepression?“, „Wie schafft man es, sich nicht zu vergleichen?“, „Warum ist faul sein so schwer?“, „Wie macht man weiter, wenn die tollste Person einfach stirbt?“, „Wie geht ein gutes Leben?“.

Fast alle Erwachsenen, die ich so kenne, wirken, als hätten sie ihr Leben im Griff. Ich habe nichts im Griff. Wenn hier wer wen im Griff hat, dann das Leben mich. Manchmal wie eine Umarmung, aber manchmal auch so am Hals, dass ich keine Luft mehr bekomme. Meistens bin ich zu spät, oft mache ich Fehler, und noch öfter denke ich: Warum habe ich das denn jetzt so gemacht!? Ich bin so ein Dullie! Manchmal mache ich es dann beim nächsten Mal besser, aber oft auch nicht.
Ich weiss es doch auch nicht, S. 11 – 12

Kritik
Das Buch ist in verschiedene Fragekategorien aus Alltag, Arbeit, Beziehungen, Fragen zu sich selbst und Fragen zum Anfang und Ende gegliedert. Mareice Kaiser findet sehr menschliche, nahbare, unterhaltsame, feministische und politische Antworten mit viel Humor auf die verschiedenen Fragen, die auf viel Lebenserfahrung schliessen lassen. Abgerundet und ergänzt werden sie durch die witzigen Illustrationen von Slinga.

Fazit
Das Buch liest sich durch den Fragen & Antworten-Stil sehr flüssig. Die Illustrationen sind immer passend zur Frage gezeichnet, wenn auch manchmal erst auf den zweiten Blick erkennbar. Kaiser schafft es, die kniffligen Fragen des Lebens mit viel Aussagekraft und Leichtigkeit zu beantworten und Slinga ergänzt diese durch lustige und abwechlungsreiche Illustrationen. Die Texte und Bilder haben mich oft zum Lachen gebracht und mir hier und da auch ein paar Tränen der Rührung entlockt. Ein Buch für alle, die mit den schweren Fragen des Lebens manchmal auch hadern und sich ein paar authentische, lebensnahe Antworten wünschen.

Sternbewertung

Bewertung: 5 von 5.

«Ein unendlich kurzer Sommer» von Kristina Pfister

Inhalt
Christophe lebt auf La Réunion und hat vor Kurzem seine Mutter Paulette an Alzheimer verloren. Als er das Haus ausräumt, findet er einen Brief in einem ihrer Bücher, der ihn nach Deutschland zu einem Campingplatz am See führt.
Lale hält es nicht mehr aus zu Hause. Sie muss mal raus, braucht Abstand. Also tut sie etwas, was sie sonst nie tut: Sie steigt kurzerhand in einen Zug und steigt irgendwo im Nirgendwo wieder aus und trifft auf Gustav, den alten, grantigen Besitzer eines Campingplatzes, der ihr einen alten Wohnwagen überlässt. Daraus wird ein heisser, flirrender Sommer, ein altes Haus, eine antike Grabstätte und Menschen mit verschiedenen Geschichten, die aufeinandertreffen.

Kritik
Der Roman wird jeweils abwechselnd aus der Sicht von Christophe oder Lale erzählt und enthält diverse Rückblenden, die einen Schritt für Schritt näher an die beiden Charaktere heranbringen und die Spannungskurve bis zum Schluss aufrecht erhalten. Kristina Pfister beschreibt die Gefühlswelt der Charaktere einfühlsam und man kann sich toll in sie hineinversetzen.

Fazit
Kristina Pfister hat mit diesem Roman eine wunderschöne Geschichte erschaffen, die die Themen Tod, Trauer, Liebe, Beziehung, Spannung, Familie & Freundschaften einschliesst, der von einem unvergesslichen Sommer umrahmt wird. Ich war traurig als ich ihn zu Ende gelesen habe und würde mir jetzt eine Fortsetzung davon wünschen. Ein richtig tolles Sommerbuch, das einem auch im Winter das Herz wärmt.

Sternbewertung

Bewertung: 5 von 5.

«Der grosse Sommer» von Ewald Arenz

Inhalt
Kurz vor den Sommerferien erhält Friedrich Büchner (kurz Frieder), 16, die deprimierende Nachricht, dass er das neunte Schuljahr nicht bestanden hat. Er muss in Nachprüfungen schreiben und wird dafür die ganzen Sommerferien Mathe und Latein büffeln müssen. Das darf er nicht zu Hause tun, während seine Familie in den Sommerurlaub fährt, sondern muss in der Zeit zu seinen Grosseltern ziehen. Mit seiner Oma Nana versteht er sich gut, nur vor seinem strengen Grossvater hat er ziemliche Angst. Immerhin kann er zwischendurch Zeit mit seiner Schwester Alma, seinem besten Freund Johann verbringen. Und dann trifft er an einem verregneten Nachmittag im Schwimmbad auf Beate mit den hübschen grünen Augen.

Es war dieser eine Sommer, wie es ihn wahrscheinlich nur einmal im Leben gibt. Dieser eine Sommer, den hoffentlich jeder hatte; dieser eine Sommer, in dem sich alles ändert. Vielleicht ist es […] vor allem eine Sehnsucht nach diesem Sommer – nach diesem unwiederbringlichen, zitternd schönen Zauber der ersten Male.

Der Grosse Sommer, S. 11

Kritik
Das Buch ist aus der Sicht von Frieder geschrieben und spielt in einer deutschen Stadt in den 80er-Jahren. Die Geschichte schildert authentisch das gedankliche Innenleben eines heranwachsenden Teenagers, der in einem Sommer eine Achterbahn der Gefühle erlebt mit den Themen Liebe, Freundschaft, Tod, Angst, Respekt und Vertrauen.

Fazit
Es ist eine Geschichte über einen unvergesslichen Sommer, jugendlichen Leichtsinn, die erste grosse Liebe und das Erwachsenwerden. Ich hatte am Anfang ein wenig Mühe reinzukommen, habe das Buch aber gern gelesen und fand die Geschichte schön. Es hat aber keinen wirklich bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen, weil die Spannung bzw. ein entscheidender Wendepunkt ein wenig fehlten. Die Geschichte plätschert einfach so dahin.

Sternbewertung

Bewertung: 3 von 5.

«Frankie» von Jochen Gutsch und Maxim Leo

Inhalt
Jochen Gutsch und Maxim Leo erzählen erzählen in ihrem Roman die Geschichte von der Begegnung des streunenden Katers Frankie (benannt nach Frank Sinatra) und des tieftraurigen Schiftstellers Richard Gold, der sich nach dem Tod seiner Frau Linda das Leben nehmen will, weil er ohne sie keinen Sinn mehr sieht im Leben. Frankie springt genau in dem Moment auf Golds Fenstersims als dieser kurz davor ist, Suizid zu begehen und hält ihn somit davon ab, weil dieser wütend wird und den Kater vertreiben will. Gold rennt Frankie hinterher und wirft einen Stein nach ihm, der den Kater am Kopf trifft ihn für kurze Zeit das Bewusstsein verlieren lässt. Als Frankie wieder zu sich kommt, stellt Gold überrascht fest, dass Frankie „Menschisch“ sprechen kann und nimmt ihn anschliessend widerwillig bei sich auf. Es ist der Beginn einer turbulenten Freundschaft.

Damit ihr euch nicht wundert: Ich werde den Mann, der Richard Gold hiess, ab jetzt einfach Gold nennen. Aufgrund der Tatsache: Is‘ kürzer und klingt besser. Diese Geschichte geht nämlich noch ne Weile, und ich möchte nicht, dass in meiner Geschichte jemand Richard heisst. Kann er ja nix dafür, dass er so heisst, aber der Name is‘ nun mal Mist.

Frankie, S. 17

Kritik
Das Buch ist aus der Sicht von Frankie geschrieben und veranschaulicht auf sehr humorvolle Art und Weise, wie Katzen bzw. Kater unsere Welt und uns Menschen sehen können. Das Buch hat etwas mehr als 180 Seiten, ist sehr kurzweilig und ich hatte es zügig durchgelesen.

Fazit
Frankies direkte und unverblümte Art haben mich unzählige Male zum Lachen gebracht. Die Geschichte zeigt auf sehr unerschrockene Art und Weise den Umgang mit Leben, Tod und Depression ohne dabei trist zu wirken. Das Buch ist durch seinen einfachen Schreibstil und eher geringe Seitenanzahl ideal für alle, die dicke Bücher nicht so mögen.

„Ich glaub, das wär nix für mich.“
„Was, Frankie?“
„Na so ’n Lebenssinn. Erst mal muss man ihn finden. Und dann muss man drauf aufpassen, damit man ihn nicht verliert. Und hat man ihn dann verloren, so wie du jetzt, dann denkt man die ganze Zeit darüber nach, wo er hin is‘. So ein Lebenssinn macht nur Ärger.“

Frankie, S. 80

Sternbewertung

Bewertung: 5 von 5.

«Die Mitternachtsbibliothek» von Matt Haig

Inhalt
Die Mitternachtsbibliothek ist ein Roman von Matt Haig.
Die Geschichte handelt von Nora Seed, die 35 Jahre alt ist und ain einer schweren Depression leidet. Sie wird entlassen, hat seit Jahren kaum Kontakt mit ihrem Bruder seit einem schlimmen Streit, trauert ihrer verpassten Karriere als Schwimmerin nach, ihr einziger Klavierschüler will künftig nicht mehr in ihre Stunde kommen und dann wird auch noch ihre Katze überfahren. Alle scheinen sie zu verlassen und sich von ihr abzuwenden. Sie sieht keinen Sinn mehr im Leben und beschliesst um Mitternacht, es zu beenden. Doch anstatt im Jenseits zu landen, befindet sie sich in der Mitternachtsbibliothek, einer riesigen Bibliothek, die sich zwischen Leben und Tod befindet. Jedes Buch ermöglicht eine Reise in ein anderes Leben, das sie hätte leben können. Die Bibliothekarin ist Mrs. Elm, die früher die Schulbibliothekarin an Noras Schule war. Sie spielten früher oft Schach zusammen. Mrs. Elm war immer sehr gut zu Nora und auch für sie da als ihr Vater starb. So übernimmt sie auch jetzt eine wegweisende Rolle in Noras Leben. Nora beginnt mit dem Buch der Reue und begibt sich anschliessend auf eine Reise in ganz unterschiedliche Leben und versucht herauszufinden, ob es in den Unweiten der Bibliothek ein Leben gibt, das sich für sie zu leben lohnt.

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«Überwintern» von Katherine May

Klappentext
Es gibt Zeiten, da liegt unser Leben „auf Eis“ und wir fühlen uns wie aus der Welt gefallen. Durch eine Krankheit oder den Verlust eines geliebten Menschen, durch Arbeitslosigkeit. Auch ein freudiges Ereignis wie die Geburt eines Kindes kann uns aus dem Gleichgewicht bringen. Katherine May nennt diese Zeiten des Rückzugs, die ihr selbst nur allzu vertraut sind, »Winter«. Und wie auch in der winterlichen Kälte alles ruht, um Kraft für den Frühling zu sammeln, so gibt May sich dem „Überwintern“ hin. Sie reist nach Tromsø zu den Polarlichtern, schwimmt im eisigen Meer, schwitzt in der Sauna und feiert das Winterfest Santa Lucia. Sie besinnt sich auf das Wesentliche und gibt sich der Ruhe und inneren Einkehr hin – bis sie sich wieder bereit fühlt, mit neuer Energie weiterzumachen.

Inhalt
„Überwintern“ gliedert sich in die Kapitel „September“ bis „März“ und umfasst die Wintermonate. Katherine May schildert, wie sie und ihr nahestehende Menschen durch kleinere und grössere Krisen gehen, die sich in Form von Krankheiten, Sinnkrisen, Job- und Schulwechsel zeigen. Sie steht kurz vor einem Burnout, muss ihren Job gesundheitsbedingt auf Eis legen und hat erstmals seit Jahren wieder Zeit. Für sich, für die Familie und um über das Leben nachzudenken. In dieser Zeit setzt sie sich intensiv mit sich selbst und dem Winter auseinander und stellt fest, dass der Winter nicht nur eine Jahreszeit voller Schnee, Dunkelheit, Kälte und Stille ist, sondern auch eine Lebensphase, die man als solche bezeichnen kann. Sie liest sich in unterschiedliche Wintergeschichten ein, schaut sich Winterbräuche verschiedener Kulturen an, führt Interviews mit Menschen zum Winter und dessen Eigenheiten und merkt bald, dass es leichter ist, den Winter mit offenen Armen zu empfangen und sich auf ihn einzulassen anstatt ihn abzuwehren, sich zu verkriechen und sich woanders hinzuwünschen. Denn ein Winter ist trotz all seiner grauen, öden, stürmischen und verschneiten Tage auch immer eine Ruhephase, in der man Kraft tanken kann für den Frühling, wenn alles wieder zum Leben erwacht.

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